Fluglager La Motte 2016

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Akaflieg Segelflugjugend übt sich im Alpenflug

Impressionen aus dem Akaflieg-Sommerfluglager in La Motte Du Caire Juli / August 2016

Das Akaflieg Fluglager La Motte ist bisher ein voller Erfolg. Unsere DG505 D-KRIT hat schon 28 Stunden und auch die LS4 liegt schon bei über 15 Stunden Flugzeit. Unsere IT bewaehrt sich gut in der 20m Ausfuehrung mit Winglets und geht echt gut in den Bergen. Das Windenseil hat sie allerdings einmal "gekillt".
Es herrscht eine gute Stimmung sowohl am Platz als auch unter allen AKAFLIEGERN.

Bericht von Johannes Wild:

Akaflieg-Spezialeinheit im Fluglager
Fluglager der Akaflieg-Freiburg in La Motte du Caire, Südfrankreich August 2016

Samstag, 30. Juli 2016, Flugplatz Freiburg zu früher Uhrzeit: die beiden Fluglehrer Gerhard und Dietrich treffen mit den Flugschülern und jungen Schein-Piloten Marian, Lukas und Johannes die letzten Vorbereitungen, um wenig später mit zwei Hochleistungs-Segelflugzeugen auf dem knapp 700 km weiten Weg ins südfranzösische La Motte du Caire zu sein. Beinahe reibungslos trifft die Kleinkarawane am frühen Abend am Segelfluggelände von La Motte ein, welches zwischen mediterranen Pinienwäldern und atemberaubend schönen Bergen der Region Provence-Hautes-Alpes liegt. Schnell bemerkt auch der französische Flugplatz-Aufseher Momo unsere Ankunft: „oh lala, c’est la Akaflieg..“
Unser Vereinskamerad Stephan Schmitz, der schon früher nach La Motte du Caire aufgebrochen war, komplettierte die Akaflieg-Freiburg Mannschaft für die Zeit des Fluglagers mit seinem Flugzeug. Auf dem direkt ans Fluggelände angrenzenden Campingplatz werden die Zelte aufgebaut, um sich alsbald Gedanken zu machen über den kommenden Tagesablauf. Was die nächsten knapp zwei Wochen folgen soll, sind nämlich Flüge im mediterran-alpinen Gebiet, sowohl auf unserem Hochleistungseinsitzer LS-4b, wie auch auf unserem neuen Prachtflugzeug, der DG-505 MB, einem Leistungsdoppelsitzer, auf dem auch unsere Flugschüler auf ihre Kosten kommen sollen mit tollen Eindrücken der Gebirgsfliegerei.

Allmorgendlich ertönt der Gong über dem Fluggelände, dem ein ausführliches Wetter-und Gefahrenbriefing  durch den deutschstämmigen Chefpiloten Christian Schneeberger folgt. Im Anschluss befreiten wir unsere Flugzeuge vom Morgentau und reihten uns in die Startreihenfolge der 15-25 anderen Segelflugzeuge ein. In La Motte wird ausschließlich an der Seilwinde geschleppt, wodurch man innerhalb 30-40 Sekunden ca. 400 Meter hoch in die Luft „katapultiert“, was den Piloten Einiges abverlangt, genauso wie beim sehr anspruchsvollen Landeanflug. Diese Startart ist mit gerade einmal 11€ pro Start sehr kostengünstig, wodurch auch unsere jungen Flugschüler ohne Einschränkung am Fluglager teilnehmen konnten!
Während die zwei Flugschüler Marian und Lukas erste Erfahrungen im mehrstündigen Gebirgsflug sammeln konnten, konnte ich als junger Lizenz-Inhaber viele Stunden im Alleinflug auf unserem Hochleistungs-Einsitzer LS-4b verbringen und meine Gebirgsflugkenntnisse optimal erweitern. Zudem durfte ich in einer ASH-25 mit einem besonders erfahrenen Piloten mehrmals als Co-Pilot mitfliegen, wobei wir bei starkem „Mistral-Wind“ von bis zu 70 km/h am Boden tolle Höhenflüge in Leewellen erleben konnten. Diese Flüge brachten uns im motorlosen Flug auf Höhen von bis zu knapp 6.000 m (natürlich mit künstlichem Sauerstoff) bei -23°C Außentemperatur und ließ uns in über sieben Stunden Flugzeit bis zu 750 km im geräuschlosen Segelflug zurücklegen! All diese Eindrücke bestätigten uns unsere Begeisterung für den Segelflug, insbesondere den Gebirgsflug im Fluglager La Motte.

Ein wiederkehrendes Problem gab es jedoch: Höhenluft und selber fliegen beschwört großen Hunger herauf, der durch die Kochkünste unserer Jungpiloten stets bestens gestillt wurde.
Lediglich an zwei Tagen verwöhnte uns die Wetterlage nicht mit der sonst gewohnten guten Thermik, wodurch Badeausflüge an den Lac de Serre-Poncon, sowie an das Mittelmeer und weitere Ausflüge in die nahe Provence unternommen wurden.

Unser Dank gilt besonders unseren zwei sehr engagierten Fluglehrern Gerhard und Dietrich, ohne die dieses tolle, integrierende Fluglager nicht stattfinden würde! Nach den zwei Wochen können wir stolz resümieren, ein erfolgreiches, unfallfreies Fluglager mit über 90 Stunden Gesamtflugzeit und atemberaubenden Flügen absolviert zu haben, auf dessen Wiederholung wir uns alle freuen und nur dazu einladen können, diese Erlebnisse selbst in kommenden Fluglagern in La Motte oder anderswo mitzuerleben!

 

18.08.2016  Johannes Wild