Eine Körperbehinderung bedeutet nicht unbedingt das Aus für jede fliegerische Betätigung: Es gibt Pilotinnen und Piloten mit unterschiedlichen Behinderungen, die Segel-, Ultraleicht- und Motorflugzeuge ebenso sicher steuern wie Nichtbehinderte. Auch bei der Akaflieg Freiburg gibt es aktuell Mitglieder mit aktiver Pilotenlizenz und Behinderungsgrad bis 50%.
Herausforderungen
Die Herausforderung: Fehlende Körperfunktionen müssen durch Umbauten und Zusatzeinrichtungen im Flugzeug und durch geeignete Betriebsverfahren kompensiert werden. Für manche Behinderungsarten und bestimmte Flugzeugmuster gibt es bereits Lösungen, für andere können sicherlich noch Lösungen entwickelt werden.
Außerdem: Jeder Flieger (auch Piloten von Ultraleichtflugzeugen, auch Fallschirmspringer; nicht Drachen- und Gleitschirmflieger und Piloten von Leichten Luftsportgeräten, also der „120-kg-Klasse“) braucht in Deutschland wie auch in anderen Ländern ein Fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis. Die Lizenzierung von Privatpiloten ist durch Verordnungen der EU-Kommission geregelt (mit Ausnahmen, s.u.), die fliegerärztlichen Tauglichkeitskriterien sind darin enthalten. Die Möglichkeit, gewisse körperliche Handicaps durch Zusatzeinrichtungen am Flugzeug zu kompensieren, ist in den Richtlinien manifestiert. Wenn die sichere Führung eines Flugzeugs trotz der Behinderung durch geeignete Auflagen, Betriebsverfahren und technische Maßnahmen gewährleistet werden kann, bestehen gute Aussichten auf Erfolg bei der Bewerbung um ein Tauglichkeitszeugnis.
Für Luftsportgeräteführer, also UL-Piloten, Gleitschirm- und Drachenflieger gelten nationale Vorschriften.
Quelle: DAeC.de
Presseartikel:
Faszination Segelfliegen: barrierefrei über den Dingen schweben
Zusammenfassung:
Der Traum vom Fliegen kennt keine Grenzen: Für Clemens Deimel ist die Sicht auf Freiburg aus der Vogelperspektive seit vielen Jahren gelebte Leidenschaft. Trotz einer angeborenen Muskelverkürzung im rechten Bein, welche die Beinkoordination erschwert, steuert der heute 65-Jährige sein Flugzeug souverän. Eine körperliche Einschränkung hält ihn nicht von seinem Hobby ab.
Der Weg in die Luft Schon im Alter von vier Jahren nahm Deimels Vater – ebenfalls Hobby-Pilot – ihn erstmals mit in die Luft. Mit 14 Jahren reifte der Wunsch nach dem eigenen Segelflugschein, doch fehlende finanzielle und organisatorische Ressourcen verzögerten die Ausbildung. Mit Beginn seiner Lehre als technischer Zeichner trat er schließlich 1979 mit 18 Jahren dem Fliegerverein Akaflieg am Freiburger Flugplatz bei. Seine Behinderung spielte für ihn im Verein nie eine Rolle: Mit Anpacken und der Unterstützung der Kameraden beim Ab- und Anmontieren der Segelflugzeuge gehörte er von Anfang an voll dazu.
Sportliche Erfolge und besondere Momente In seiner aktiven Zeit nahm Clemens Deimel nicht nur an Segelflugwettbewerben teil – unter anderem auch gegen seinen eigenen Vater –, sondern unternahm sogar Reisen mit zerlegtem Segelflugzeug im Container nach Südafrika und Brasilien. Zu seinen einprägsamsten Erlebnissen zählen:
Ein siebenstündiger Streckenflug in einem Schleicher K8.
Das Erreichen einer Flughöhe von 6.000 Metern über dem Meeresspiegel.
Verbindung zur Natur und Gewissenhaftigkeit Neben dem Perspektivwechsel begeistert ihn beim Segelfliegen vor allem die direkte Verbindung zum Wettergeschehen und das handwerkliche Geschick beim Steuern. Sicherheitsbewusstsein und Präzision stehen dabei an erster Stelle: Nach jedem Flug gehören das Eintragen der Flugdaten in ein digitales System sowie die gründliche Kontrolle des Fluggeräts fest zum Programm.
Der Freiburger Flugplatz im Überblick Der Flugplatz in Freiburg blickt auf eine 119-jährige Geschichte zurück und beheimatet heute sechs Luftsportvereine. Neben dem Segel- und Hobbysport dient das Areal unter anderem für Rettungs- und Organtransporthubschrauber sowie für den Flugverkehr des benachbarten SC-Stadions.
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